| Siehe auch: | Pädagogischer Tag „KI in Schule und Unterricht“, 11. März 2025 |
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| Erfolge | Die Erfolge der Künstlichen Intelligenz im Schach sind Legende. Mit dem von IBM entwickelten Schachcomputer ''Deep Blue'' gelang es 1996 erstmals einem Computer, den amtierenden Schachweltmeister - seiner Zeit Garri Kasparow - in einer Partie zu schlagen. 1997 gewann Deep Blue einen ganzen Wettkampf gegen Kasparow unter Turnierbedingungen. Im weitaus komplexeren Spiel Go dauerte es länger. Im März 2016 dann gewann AlphaGo gegen Lee Seedol, einen der damals weltweit stärksten Go-Spieler ein Match über fünf Partien. Entwickelt wurde AlphaGo von DeepMind, ein Unternehmen, das im September 2010 gegründet und 2014 von Google Inc. übernommen wurde. Nachfolger AlphaZero ist selbstlernend. AlphaZero markierte einen Quantensprung. Im Dezember 2017 trainierte es gegen sich selbst einige Stunden, ohne Rückgriff auf menschliche Spielstrategien oder historische Partien von Profis. Es entwickelte alle Spielstrategien eigenständig auf Basis der Spielregeln durch häufiges Spielen gegen sich selbst und überflügelte nach kurzer Trainingszeit alle bisher dagewesenen Go-Programme. AlphaZero ist zudem auch für andere Brettspiele wie Schach nutzbar. „Die Fähigkeit einer Maschine, menschliches Wissen aus Jahrhunderten in einem komplexen, geschlossenen System zu kopieren und zu überflügeln, ist ein Werkzeug, das die Welt verändern wird.« [Garri Kasparow, Die Welt, Dezember 2017] 82,44 % der Fragen in einem Leseverständnistest der University of Stanford konnte Anfang 2018 ein KI-System des chinesischen IT-Konzerns Alibaba beantworten. Einen Tag später erreichte eine Microsoft-KI sogar 82,65 %. Sie waren damit beide besser als alle menschlichen Probanden bislang, unter ihnen erreichte der beste Teilnehmer nur 82,30 %. Das sogenannte Stanford Question Answering Dataset enthält 100000 Fragen und Antworten, die auf Wikipedia-Artikeln beruhen. China brachte im Sommer 2017 einen nationalen KI-Plan auf den Weg. Anfang 2018 verlautbart die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua, dass im Westen von Peking eine Art Industriepark für Künstliche Intelligenz entstehen soll. Das Budget: knapp zwei Milliarden €. Ziel ist, dass sich dort einmal 400 Unternehmen ansiedeln sollen mit Fokus auf Deep Learning, Big Data, Cloud Computing und Biometrie. Mobiles Internet nach dem neuen Funkstandard 5G und ein Supercomputer eingeschlossen. 2017 erschienen Pornovideos, in denen scheinbar Hollywood-Berühmtheiten mitspielten. ''DeepFakes'' werden solche Montagen genannt, in denen mit Hilfe von Deep-Learning-Software Gesichter in Videos ausgetauscht werden ("Face-Swapping"). Später sorgten Filmsequenzen mit Schauspieler Nicholas Cage Furore, in denen er gar nicht mitgespielt hatte. Wenn sich die beiden Personen recht ähnlich sehen, genügen 10 bis 20 Sekunden Videomaterial von beiden Personen, möglichst aus ähnlichen Szenarien, für einen guten DeepFake. Die bekannte Open-Source-Software ''DeepFaceLab'' benutzt das Machine-Learning-Framework „TensorFlow“ von Google. 2018 veröffentlichte der US-amerikanische Kabarettist Jordan Peele gemeinsam mit BuzzFeed ein DeepFake -Video, in dem einen „synthetischen“ Ex-Präsident Barack Obama vor den Gefahren manipulierter Videos warnen lässt. Dies führte zur "generativen AI" - Künstliche Intelligenz, die Bilder, Texte, Audio und Video erzeugen kann, die "echt" wirken, die also wie echte Menschen selbst wirken bzw. wie von authentischen Menschen gemacht. 2021 beispielsweise stellte OpenAI eine erste Version von DALL-E vor: DALL-E ist ein Text-to-Image-Generator, d.h. zu einer Beschreibung, die als Text in natürlicher Sprache eingegeben wird, produziert das KI-System fotorealistische Bilder mit Hilfe künstlicher neuronaler Netzwerke und eines generativen pre-trained Transformer (GPT)-Modells. Das Bild rechts beispielsweise - im Stil von Van Goghs Gemälden - wurde von DALL-E auf die folgende Eingabe hin erzeugt: "Generate a picture of Van Gogh. Van Gogh is standing in a rural landscape of the provence. Van Gogh is seen from behind. Van Gogh holds a laptop. Van Gogh is painting into the laptop instead of on a canvas. On the screen of his laptop one can see the same landscape as in the background. The picture looks like one of Van Gogh's paintings." OpenAI ist eine gemeinnützige Organisation, die sich auf die Nutzung künstlicher Intelligenz für menschliche Belange konzentriert. Am 30. November 2022 machte OpenAI ChatGPT für die Öffentlichkeit frei zugänglich; GPT steht dabei für 'Generative Pre-trained Transformer'. ChatGPT baut auf der bestehenden OpenAI-Plattform für maschinelles Lernen auf und entwickelt sie weiter, indem es sich den bisherigen Unterhaltungsverlauf merkt und darauf aufbaut (Natural Language Processing, kurz NLP). Dadurch kommt eine natürlichere, dialogische und hilfreiche Konversation zustande. Die Qualität der Antworten schwankt, sie kann „in einem Moment brillant und im nächsten atemberaubend dumm“ äußern [Gary Marcus, KI-Experte]. Aktuell wird in der KI an "empathischen" Robotern geforscht, die Emotionen entschlüsseln und Emotionen simulieren können. |
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| Risiken und Kritik | »KI-Systeme, die für uns im Alltag Entscheidungen treffen, etwa darüber, welche Informationen wir aufnehmen, welche Waren wir konsumieren, bis hin zur Partnerwahl. Wir begeben uns in Abhängigkeiten solcher Systeme, ohne zu wissen, wie sie funktionieren, wer sie sich zu nutze macht und welche Interessen er damit verfolgt.« [Thomas Hofmann, Professor für Datenanalytik, ETH Zürich]
»A robot invasion of our homes is underway, but the machines — so-called smart speakers like Amazon Echo, Google Home and the forthcoming Apple HomePod — look nothing like what we expected. (...) It seems apt that as we come to live more of our lives virtually, through social networks and other simulations, our robots should take the form of disembodied avatars dedicated to keeping us comfortable in our media cocoons. Even as they spy on us, the devices offer sanctuary from the unruliness of reality, with all its frictions and strains. They place us in a virtual world meticulously arranged to suit our bents and biases, a world that understands us and shapes itself to our desires. Amazon’s decision to draw on classical mythology in naming its smart speaker was a masterstroke. Every Narcissus deserves an Echo.« [Nicholas Carr: These Are Not the Robots We Were Promised, New York Times, 9. Sep. 2017] |
| Anwendungs-möglichkeiten | Mehr:
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| Risiken und Kritik | ChatGPT ist eine künstliche Intelligenz, welche mit einem großen Datenabzug des Internets aus dem Jahre 2021 trainiert wurde. Es hat die gleichen potenziellen Schwächen wie andere KI-Modelle:
Hinzu kommen Aspekte, die durch die Art der Verwendung der KI entstehen:
Mehr:
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| „ telli" | Der KI-Chatbot „telli" wurde vom Medieninstitut FWU im Auftrag der 16 Bundesländer und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung entwickelt. In Hessen steht „telli" seit dem 1. Oktober 2005 allen Schulen über das Schulportal Hessen (SPH) kostenlos zur Verfügung, allerdings kostet jede Anfrage Creditpoints, für die jedem Schüler und jedem Lehrer ein monatlich begrenztes Kontigent zur Verfügung steht. Die Freischaltung der „telli"-Kachel im Schulportal erfolgt erst, nachdem die Informationsweitergabe über die schulinternen Gremien und Kommunikationswege abgeschlossen ist. Weiterhin müssen die Lehrkräfte für den schulischen Einsatz von „telli" die Nutzungskompetenz für "telli" nachweisen, beispielsweise via ein Fortbildungsangebot „Fit für telli" in Form eines Moodle-Selbstlernkurses. Mehr: Angebote zur Einführung von „telli“ (Schulportal Hessen) |
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| Handreichung „Künstliche Intelligenz (KI) in Schule und Unterricht“ | Die Handreichung des Hessischen Kultusministeriums (Stand: Juli 2023) enthält detaillierte Informationen für den pädagogischen Umgang mit KI-basierten Anwendungen, die zu beachtenden rechtlichen Rahmenbedingungen, Hinweise zu Datenschutz und Transparenz, Praxisbeispiele sowie Vorschläge für die Gestaltung von Lerneinheiten. |
| Künstliche Intelligenz in der Schule | Künstliche Intelligenz in der Schule. Eine Handreichung zum Stand in Wissenschaft und Praxis. Katharina Scheiter, Elisabeth Bauer, Yoana Omarchevska, Clara Schumacher, Michael Sailer. Bonn, Mai 2025 |
| Anwendungs-möglichkeiten | Jan-Martin Klinge stellt Anfang Januar 2023 einige Anwendungsmöglichkeiten für ChatGPT in der Schule zusammen, die auf Twitter kommuniziert wurden:
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| Vision | "KI wird den Bildungssektor in vielerlei Hinsicht verändern, von der Art und Weise, wie Schüler lernen, bis hin zur Art und Weise, wie Lehrer unterrichten. KI-gestützte Werkzeuge werden es den Schülern ermöglichen, schneller zu lernen und den Unterricht individueller auf ihre Bedürfnisse abzustimmen. KI kann Lehrern auch dabei helfen, die Fortschritte der Schüler zu verfolgen, so dass sie bei Bedarf in den Lernprozess eingreifen und einen effektiveren Unterricht anbieten können. KI kann auch wertvolle Erkenntnisse über die Leistungen der Schüler liefern und Lehrern helfen, bessere Lehrmethoden zu entwickeln. KI wird auch dazu beitragen, dass Schulen intelligenter werden, indem sie ihre Ressourcen effizienter nutzen und bessere Entscheidungen treffen. Letztlich kann die KI dazu beitragen, ein gerechteres, effektiveres und angenehmeres Lernumfeld für alle Schüler zu schaffen." [ Nate McClennen, Rachelle Dené Poth ] |
| Was zu tun ist |
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| Titel | Kommentar |
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| KI-Trainingsdaten: der Rohstoff der KI sind wir | Trainingsdaten für KI-Systeme bestehen aus enormen Mengen von Bildern und Texten, zusammengesucht von Millionen von Webseiten. Eine BR-Analyse zeigt: Sie enthalten sensible und private Daten – meist ohne, dass die Betroffenen Bescheid wissen. Von Elisa Harlan und Katharina Brunner, Bayerischer Rundfunk, 7. Juli 2023 |
| cognimates | An AI education platform for building games, programming robots & training AI models. A project startet at MIT Media Lab. (auf Englisch) |
| Machine Learning - Schritt-für-Schritt-Anleitung (MathWorks) | Überblick über die Methoden mit MatLAB, Anwendungsbeispiele (auf Englisch) |
| Achim Grunwald: Gretchenfrage 4.0: künstliche Intelligenz - die neue Systemdebatte. Süddeutsche Zeitung, 2019/12/27 | Utopien ("Erlösungshoffnungen") und Dystopien ("Apokalypse") der KI richten erheblichen Schaden an, folgen sie doch alle einem gefährlichen Technikdeterminismus. Ihnen liegt die Annahme zugrunde, dass der technische Fortschritt und seine Resultate die Zukunft von Mensch und Gesellschaft determinieren. Mensch und Gesellschaft bliebe nur die Anpassung, Widerstand zwecklos. Damit verleihen sie den „Machern“ der Technik und deren Interessen und Werten eine ungeheure Macht. Hingegen lassen sie die Frage, wie denn der technische Fortschritt durch KI und Digitalisierung in den Dienst der Menschheit gestelltwerden kann, etwa zur Realisierung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, komplett verschwinden. Keine Rede von demokratischer Mitgestaltung der KI und ihrer Nutzung oder von regulatorischer Einhegung der Macht weniger Personen und Konzerne. Wir müssen ernsthaft die Frage stellen: Wer sind die Macher der KI, wer verbreitet die Erzählungen und wer will hier eigentlich seineWerte und Interessen hinter einem vermeintlichen Technikdeterminismus verstecken? Denn auch in der Welt mit KI dient Technikdeterminismus einer Ideologie der Mächtigen. Er verschleiert, dass jede KI gemacht wird, von Menschen in Unternehmen und Geheimdiensten, nach deren Interessen, Werten und Weltanschauungen. |
| YouTube-Videos über Deep Learning (von 3blue1brown) | |
| Kai Strittmatter: Absolute Kontrolle - Augen auf. Süddeutsche Zeitung, 1. Februar 2018 |
Chinas KP erfüllt sich den Traum aller autoritären Herrscher: die totale Überwachung und Kontrolle des Volkes. Über Big Data, künstliche Intelligenz und das, was kommen wird. Im Jahr 2020 soll es mehr als 600 Millionen Überwachungskameras geben in China: Sie analysieren Menschenmassen, erkennen einzelne Gesichter, ordnen ihnen Namen zu, das Geschlecht, die Ausweisnummer. |
| Wie schlau ist die künstliche Intelligenz? Süddeutsche Zeitung, 27. Januar 2018 |
Mensch oder Maschine – den Unterschied soll der Turing-Test klären. Doch gibt es Zweifel an dessen Aussagekraft. Richtig schlau wären Rechner erst, wenn sie das Abitur bestehen. Das KI-System Aristo von Peter Clark, Allen Institute for Artificial Intelligence, Washington, schaffte drei Viertel der Aufgaben/Klausur-Fragen von Viertklässlern, aber nur 41 Prozent von Klasse 12. |
| Schöpferische Rechner. Süddeutsche Zeitung, 19. Januar 2018 |
Deep Dream (Google): Computer erobert die letzten Domänen der Menschen: die Kreativität und das Irrationale. |
| Künstliche Intelligenz, Spektrum Kompakt, 2016/10 |
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| Künstliche Intelligenz wehren. ZEIT 24/2017, 08.06.2017, S. 8 |
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| Walter Ch. Zimmerli und Stefan Wolf: Künstliche Intelligenz: Philosophische Probleme. Reclam Universal-Bibliothek Nr. 8922, 1993 | |
| Joseph Weizenbaum: Computermacht und Gesellschaft: Freie Reden. Suhrkamp Verlag, 4. Auflage, 2001 | mit Alan Turings Aufsatz "Können Maschinen denken?" |
| möglicher Grund | Beispiel |
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| ...aus Bequemlichkeit |
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| ...um die eigenen Fähigkeiten, Optionen und Handlungsspielräume zu erweitern |
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| ...um Kosten / Personal zu sparen |
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| ...aus dem Bedürfnis nach Zerstreuung oder "Erregung" |
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| ...aus dem Bedürfnis nach Bestätigung |
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| ...aus Sorge um die körperliche Unversehrtheit |
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| "(...) Optimierung des Menschen, ohne das gesamte ökologische Desaster, auf das wir im Eiltempo zumarschieren, überhaupt zu reflektieren - die Klimaerwärmung.“ [Richard David Precht] |
Ja, richtig, KI benötigt riesige Mengen Energie (genau wie der Betrieb einer Kryptowährung). Aber ist dafür die IT-Industrie verantwortlich? Kapitalismus bedeutet, dass Unternehmen alles machen dürfen, was Geld bringt - solange, bis der Gesetzgeber sie im Interesse des Gemeinwohls in Schranken weist. Deshalb durften Unternehmen Kohle- oder Atomkraftwerke bauen (während die Entsorgungskosten die Allgemeinheit zahlt), deshelb durften Banken faule Immoblienkredite verpacken und vertreiben, deshalb dürfen Unternehmen Staubbläser bauen und verkaufen (die alle anderen nerven), deshalb haben wir SUVs in den Innenstädten und Parkhäusern oder Super-Yachten auf den Meeren. Die Rahmenbedingungen wie z.B. den Preis für CO2 festzulegen ist Aufgabe der Politik. Also letztlich des Wählers. Der entscheidet gemäß seiner (aktuellen) Interessen. Manchmal auch vernunftgeleitet... |
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