Selbsteinschätzungsbogen (SEB)
Ein Selbsteinschätzungsbogen als individuelle Lernhilfe zum Kompetenzerwerb ist ein Instrument des
Diagnostizierens und Förderns. Er soll den Schülerinnen und Schülern eine Möglichkeit zur Selbstkontrolle über die Lerninhalte geben.
Einsatzmöglichkeiten und Ziele
Ein Selbsteinschätzungsbogen kann als Hausaufgabe ausgeteilt werden, benötigt also nicht unbedingt zusätzliche Unterrichtszeit. In der sich anschließenden Stunde sollten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, Fragen zu stellen oder selbstständig an den von ihnen noch als (sehr) unsicher erkannten Aufgabenbereichen zu arbeiten. Um das Prinzip der Selbstständigkeit zu gewährleisten, können die Schülerinnen und Schüler entweder Arbeitsblätter erneut bearbeiten oder z.B. ausgewählte Karteikarten oder auch Aufgaben aus dem Schulbuch durcharbeiten. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler selbst für ihren Lernprozess verantwortlich gemacht werden, dass eine Aufarbeitung der Defizite also nicht im lehrerzentrierten Unterricht erfolgt – das wäre kontraproduktiv, denn dann übernimmt ja wieder die Lehrkraft die Verantwortung für den Lernprozess. Ziel ist vielmehr die möglichst selbstständige und eigenverantwortliche Erarbeitung der „unsicheren“ Aufgabenformate. Selbstverständlich sollten die Schülerinnen und Schüler in dieser Arbeitsphase Hilfen erhalten – entweder über einen frei gewählten Lernpartner oder über die Lehrkraft. Da die meisten Schülerinnen und Schüler in der Regel entsprechend ihren Bedürfnissen mit den bereit zu stellenden Materialien arbeiten, hat die Lehrkraft den Freiraum, Einzelhilfen zu geben oder auch weniger eifrig arbeitende Schülerinnen und Schüler in ihrem Lernprozess zu beraten.
Zeitpunkt des Einsatzes
Damit die Schülerinnen und Schüler ausreichend Zeit zur Verfügung haben, ihre Wissenslücken zu schließen, sollte der Diagnosebogen etwa zwei Wochen vor der Klassenarbeit oder einer entsprechenden Überprüfung eingesetzt werden.
Siehe auch
Weiterführende Hinweise