Kompetenzorientierung
Woher und warum
Für die hessischen Bildungsstandards bildet die Definition des Kompetenzbegriffs nach
Franz Weinert das theoretische Fundament. Weinert sieht in den bestehenden und erlernbaren
- kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten eines Individuums sowie dessen
- motivationalen, volitionalen und sozialen Bereitschaften
die Grundlage dafür, dass dieser Mensch fähig ist,
- in der Schule,
- in ihrem privaten und auch
- in ihrem künftigen beruflichen Leben
Herausforderungen anzunehmen und erfolgreich und verantwortungsvoll zu meistern.
Dem Aufbau der sogenannten
überfachlicher Kompetenzen (auch:
Lernkompetenz) :
- Personale Kompetenz: Selbstwahrnehmung, Selbstkonzept und Selbstregulierung
- Sozialkompetenz: Soziale Wahrnehmungsfähigkeit, Rücksichtnahme und Solidarität, Kooperation und Teamfähigkeit, Umgang mit Konflikten, Gesellschaftliche Verantwortung, Interkulturelle Verständigung
- Methodenkompetenz: Problemlösekompetenz, Arbeitskompetenz, Medienkompetenz
- Sprachkompetenz: Lesekompetenz, Schreibkompetenz, Kommunikationskompetenz
kommt daher - in der Schule wie im Leben - eine besondere Bedeutung zu: sind diese Kompetenzen doch zugleich Voraussetzung für erfolgreiches Lernen wie Ziel einer erfolgreichen Persönlichkeitsentwicklung.
Wie soll das funktionieren? Kompetenzorientierter Unterricht
Zu einer Entwicklung des Lernenden in diesem Sinne tragen im neuen Kerncurriculum für Hessen alle Fächer gemeinsam bei.
Selbstverständlich gelingt der Aufbau (fachlicher und) überfachlicher Kompetenzen nur langfristig und wenn er systematisch gestuft wird.
Wie immer ist die Schlüsselidee, dass man das Gewünschte fördert, indem der Lernende Dinge tut, die genau diese Kompetenzen fordern. Und, auch wenig überraschend, erfordert auch der Lernprozess für überfachliche Kompetenzen eine gezielte Dosierung und Stützung. Hierbei erhalten die folgenden Aspekte des pädagogischen Handelns einen zentralen Stellenwert:

[Quelle: Manfred Bönsch: Was ist guter Unterricht? Oder besser: Wie kann man Lernen erfolgreich initiieren? In: Heterogenität und Differenzierung – Neues Handbuch für die Sekundarstufe I. Verband Bildung und Erziehung (VBE), Mainz, März 2011]
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| [Grafik: Udo Klinger] |
[Grafik: Michael Kleine] |

Quelle: Prof. Josef Leisen, Universität Mainz

Quelle: Andreas Müller, Institut Beatenberg
Siehe auch
Weiterführende Hinweise
- Bundesweit geltende Bildungsstandards (Kultusministerkonferenz der Länder)
- Werner Bauch, Michael Katzenbach, Christoph Maitzen: Auf dem Weg zum kompetenzorientierten Unterricht: Lehr- und Lernprozesse gestalten. Ein Prozessmodell zur Unterstützung der Unterrichtsentwicklung. Amt für Lehrerbildung / Hessisches Kultusministerium, Frankfurt, 2011 [Reader, 40 S., DIN A5]
- Dorothea Gaile, Walter Zoubek: Mit den Augen der Lernenden: erfolgreich lernen – was wirklich wirkt. Bildung bewegt 13, 2011
- Das Lehr-Lern-Modell - Prof. Josef Leisen, Universität Mainz
- Menschen sind lernfähig – aber unbelehrbar. Überlegungen zu einer «neuen» Lernkultur. Von Andreas Müller, Institut Beatenberg
- Christina Drüke-Noe: Diagnostizieren und Intervenieren im kompetenzorientierten Unterricht. Landesfachtagung Mathematik und SINUS-Herbsttagung, Damp, 2008. [Drüke-Noe arbeitet - nach Qualitätskriterien - die Unterschiede heraus zwischen dem traditionellen Unterricht (traditionelles Unterrichtsskript, mit hohem Stellenwert des fragend-entwickelnden Unterrichtsgesprächs) auf der einen Seite und dem kompetenzorientierten Unterricht (in dem Lernen ein aktiver und individueller Konstruktionsprozess ist, verknüpft mit kompetenzorientierte Diagnostik auf Seite der Lehrkraft) auf der anderen Seite.]