| Ausgangspunkt: | Die Menschen sind sehr unterschiedlich. Wie kann man dann also dem einzelnen gerecht werden? Konflikte produzieren Emotionen wie Wut, Ärger oder Angst. Diese gründen oft in unterschiedlichen Bedürfnissen der einzelnen Menschen. Der amerikanische Psychologe William Moulton Marston postulierte 1928, dass die individuell unterschiedliche Wahrnehmung unserer Umwelt unsere Kommunikation entscheidend beeinflusst. |
|---|---|
| Ziel: | Die in der Persönlichkeit von Menschen begründeten Unterschiede besser verstehen. Verstehen, wie (unterschiedlich) Menschen deshalb handeln und interagieren. Die Unterschiedlichkeit wertschätzen und als Ressource nutzen mit dem Ziel, die Kommunikation und damit das Zusammenleben und -arbeiten positiv zu gestalten. |
| mögliche Folge: | In einer Lerngruppe gleicht kein Lernender dem anderen. Wenn ein Lehrerteam diese These bejaht und sich auf den Weg macht, ihr Rechnung zu tragen, ändert sich der Unterricht grundlegend. Das Lernen wird individualisiert und jedem Lernenden wird sein eigener Lernweg zugestanden, den er mit seiner eigenen Lerngeschwindigkeit und seinen eigenen Zielen entsprechend beschreitet. [Dr. Dietmar Johlen, Mitentwickler des Lernschrittkonzepts, ehedem Oskar-von-Miller-Schule, Kassel, heute Schulleiter der Herwig-Blankertz-Schule Hofgeismar/Wolfhagen] |
| Indikator | Präferenz | Beschreibung |
|---|---|---|
| Motivation Was treibt zur Sinneserfahrung an? (Energie) |
Extraversion (E) | Ein außenorientierter Mensch ist kontaktfreudiger und breiter interessiert. Tendenz zur weiten Sinneserfahrung |
| Introversion (I) | Ein innenorientierter Mensch ist konzentrierter und intensiver. Tendenz zur tieferen Sinneserfahrung | |
| Aufmerksamkeit Wie werden Sinneseindrücke verarbeitet? |
Intuition (N) | Der intuitive Geist verlässt sich stärker auf seinen sechsten Sinn, also auf die Interpretation und den Gesamtzusammenhang. Er achtet eher auf das Ganze als auf dessen Teile und ist eher zukunfts- und möglichkeitenorientiert. Er steht außerdem mit Kreativität in Verbindung in Form einer besseren Fähigkeit zu divergentem Denken. |
| Sensorik (S) | Der sensorische Geist gewichtet die „Rohdaten“ bzw. unmittelbaren Eindrücke am höchsten. Er ist detailorientiert und exakt im Verarbeiten von konkreter Information sowie im Begreifen des Hier und Jetzt. | |
| Entscheidung Wie werden Entscheidungen getroffen? |
Denken (T) | Der Denker (Thinker) betrachtet die ihm vorliegenden Informationen eher von einem rationalen Standpunkt und versucht, mittels objektiver Wertesysteme (z. B. Gesetze) zu Entscheidungen zu gelangen. Er ist resultatorientiert im Sinne der optimalen Lösung der Sache. |
| Fühlen (F) | Der Fühlende beachtet seine persönlichen Wertesysteme (Moral) stärker. Er urteilt entsprechend dieser Systeme und ist bemüht, alle Parteien zu einer Lösung der Sache mitzunehmen. Hier besteht hier die größte Unausgewogenheit zwischen den Geschlechtern. Schätzungen zufolge sind etwa zwei Drittel der Denker Männer und etwa zwei Drittel der Fühler Frauen. | |
| Lebensstil Wie wird mit Eindrücken aus der Umwelt umgegangen? |
Wahrnehmung (P) | Der Wahrnehmer (perceiver) ist lange offen für neue Eindrücke und zeigt sich bereit, seine Entscheidungen und Pläne zugunsten neuer Informationen zu überdenken. Das bedeutet auch, dass man spontaner handelt und sich flexibler unregelmäßigen Umständen anpassen kann. |
| Beurteilung, Entscheidung (J) | Der Urteilende (judging) entscheidet bereits, bevor ihm alle Informationen vorliegen, und hält an einmal getroffenen Entscheidungen und eingeschlagenen Wegen auch unter widrigen Umständen fest. Bevorzugt handelt er systematisch und planmäßig. Falls erforderlich, werden Pläne angepasst, jedoch werden diese ungern völlig verworfen. Der Urteilende hat außerdem eine stärkere Neigung zum Dominieren und Kontrollieren. Er zeigt im Handeln weniger Spontanität, dafür jedoch mehr Disziplin und Konsistenz. |
| NTs | NFs |
SJs | SPs |
|---|---|---|---|
| 7 % | 10 % | 40 - 45 % | 35 - 40 % |
| Der dominante Typ (D) | Verhalten: extrovertiert und aufgabenorientiert. Prioritäten: Ergebnisse, Herausforderung, Aktion |
|---|---|
| Der dominante Typ Mensch zeichnet sich durch eine energische Art und Weise, teilweise unter Machtstreben und autoritärem Auftreten, aus. Sie arbeiten schnell, engagiert und ehrgeizig an herausfordernden Zielen und sind oftmals sehr ungeduldig. Auch ist ihnen eine erhöhte Risikobereitschaft zu eigen, die nicht selten mit einer gewissen Selbstüberschätzung einhergeht. Der D-Typ liebt die Abwechslung und benötigt seine eigenen Freiheiten. Auf Vorschriften und Vorgaben reagiert der dominante Typ ablehnend bis hin zur Frustration. Die Übernahme von Verantwortung ist das Ding des D-Typs: Wichtige Aufgaben und Führungsrollen nimmt er bereitwillig an und setzt seine Ziele selbstbewusst, teilweise aber auch rücksichtslos um! Methodisches Vorgehen und sytematisches Arbeiten liegen ihm nicht so sehr, so dass sein Vorgehen unter Umständen von analytischen Menschen kritisch hinterfragt wird. Bei Konflikten geht der D-Typ proaktiv und direkt vor, um eine schnelle und unkomplizierte Lösung herbeizuführen. Wird er unter Druck gesetzt, kann er in den Angriffsmodus übergehen und unter Umständen sehr aggressiv werden. | |
| Der initiative Typ (I) | Verhalten: extrovertiert und menschenorientiert. |
| Der initiative Typ steht im DISG Modell für den kontaktfreudigen Menschen: Er ist ein Beziehungsmensch, der durchaus gerne im Mittelpunkt steht und häufig ein sehr großes Netzwerk besitzt. Er liebt Situationen mit fremden Menschen, um neue Kontakte zu knüpfen oder auch andere miteinander bekannt zumachen, allerdings gibt er nur ungern negatives feedback. Seine Motivation und sein Selbstwertgefühl zieht er aus der sozialen Anerkennung und freundschaftlichen Beziehungen. Als optimistischer Mensch fällt es ihm mit seinem Charme und seiner Überzeugungskraft leicht, auch andere für neue Ideen und Ziele zu motivieren. Mit seiner Leidenschaft kann der I-Typ andere Menschen anstecken, allerdings wirkt der I-Typ manchmal auch zu optimistisch. Er ist ein starker und ausdrucksstarker Kommunikator, der den Gesprächspartner aber auch erdrücken kann. Seine Impulsivität als auch seine Gesprächigkeit stehen ihm manchmal im Weg und können ihm auch zum Nachteil gereichen. Im Konfliktfall neigt der I-Typ dazu, die Situation so lange wie möglich zu ignorieren. | |
| Der stetige Typ (S) | Verhalten: introvertiert und menschenorientiert. Prioritäten: Unterstützung, Zusammenarbeit, Stabilität |
| Der stetige Typ verkörpert im DISG Modell den Teamplayer: Er steht für Spaß an der Zusammenarbeit und die Unterstützung von anderen Menschen. Bei ihm kommt zuerst der Mensch, dann die Sache. Mit seiner geduldigen und bescheidenen Hilfsbereitschaft ist er immer für andere da, verliert dabei aber unter Umständen eigene Bedürfnisse aus dem Auge. Als besonnener, ausgeglichener und freundlicher Mensch ist er sehr berechenbar und sorgfältig. Er mag das stabile Umfeld und die Kooperation mit anderen Menschen, scheut demgegenüber aber Veränderungen und Konflikte. Als harmoniebedürftiger Mensch ist er ein sehr guter Zuhörer und nimmt sich die Probleme anderer Menschen (teilweise auch unter eigener Selbstaufgabe) an. Ein klares „Nein“ ist meistens nicht sein Ding, so dass er unter Umständen sehr unentschlossen sein kann oder sich zu vieler Dinge annimmt. Als Folge kann ggfs. überhöhter Stress die Folge sein. Der S-Typ hält das Team zusammen und sorgt für ein gutes Betriebsklima. Auf der anderen Seite überlässt er gerne anderen die Führung. | |
| Der gewissenhaft Typ (G) | Verhalten: introvertiert und aufgabenorientiert. Prioritäten: Genauigkeit, Herausforderung, Stabilität |
| Der gewissenhafte Typ nimmt im DISG Modell die Rolle des genauen Analytikers ein. Als reservierter, nüchterner und sachlicher Mensch steht bei ihm Genauigkeit und Logik an erster Stelle. Sein Leitspruch könnte auch heißen: „Erst denken, dann handeln!“ Als konzentrierter Arbeiter neigt er aber auch zu übermäßig kritischem Vorgehen und läuft Gefahr, sich von anderen Menschen zu isolieren. Der G-Typ arbeitet sehr gut alleine und besticht durch seine messerscharfen Analysen. Er kann sich in seiner Arbeit oder seinem Tun sehr stark festbeißen und hat ein sehr hohes Durchhaltevermögen, um Aufgaben bis zum Schluss zu erledigen. Bei seiner Arbeit geht er äußerst systematisch vor und erfüllt höchste Qualitätsansprüche. Seine Motivation zieht er aus der Kompetenz sowie der Qualität seiner Arbeit. Seine hohen Ansprüche, die bis zum Pedantismus gehen können, lassen ihn unter Umständen die Lösungsorientierung aus dem Auge verlieren, so dass er beispielsweise in technischen Berufen zum „over-engineering“ neigt (Richtigkeit vor Wichtigkeit). Als ordnungsliebender Mensch denkt er in Regeln und Normen. |
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