
Unterrichten und Lernen in routinierten und motivierten Klassen ist für Lehrkräfte und SchülerInnen gleichermaßen befriedigend. Ein weitgehend störungsfreier Lernprozess ist überdies Grundvoraussetzung für kooperativen, differenzierenden oder gar individualisierenden Unterricht mit einem hohen Anteil selbständigen Lernens.
Je offener die Unterrichtsformen sein sollen, umso besser, umso effektiver muss Klassenführung sein. [Manfred Holodynski: Kein Lernen ohne Regeln, in: Bildung bewegt, Nr. 14, 2011]
Wie kann eine solche positive Unterrichtsatmosphäre geschaffen werden? Wie gelingt es, 20 bis 30 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig auf einen gewünschten Lernstoff hin zu orientieren? Classroom-Management (deutsch, etwas verengend, Klassenführung) als Fähigkeit zum Führen einer Klasse ist neben der fachlichen und der didaktischen Kompetenz eine Basiskompetenz im Lehrerberuf. Klassenführung ist dabei mehr als Krisenmanagement bei Unterrichtsstörungen und Maßnahmen im Umgang mit Störungen, mehr als eine "Technik". Sie umfasst insbesondere | präventiv (organisatorischer Aspekt) | proaktiv (Präsenz, Fluss) | reaktiv / Intervention (handwerklich-instrumenteller Aspekt) |
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| Wannde dess Beemsche net gießt, verderrder dess. gut strukturierter, interessanter und motivierender, nachvollziehbarer Unterricht, gute und breite Schüleraktivierung (kognitiv/emotional/sozial, z.B. durch Think-Pair-Share), harmonische Übergänge, "Orchestrierung von Unterrichtsaktivitäten", abwechslungsreich; Routinen entwickeln; Berücksichtigung der Möglichkeiten, Fähigkeiten und Bedürfnisse der einzelnen Schüler: verschiedene Lernangebote für unterschiedliche Leistungsniveaus; Angebote zum individuellen Aufarbeiten von Defiziten (z.B. DaZ, fehlendes mathematisches Grundverständnis), damit einzelne Schüler die Texte / Übungen / Aufgaben verstehen und bewältigen können; Fördern und Fordern Rituale pflegen in kollegialer Kooperation Zusammenarbeit mit den Eltern wenige, dafür zentrale Regeln etablieren Schulregeln, schulweiter Rahmen (z.B. Trainingsraum) |
Energy flows where attention goes. Klarheit: die Schüler wissen und verstehen, was von ihnen erwartet wird Allgegenwärtigkeit [Jacob Kounin, 2006]: die Lehrkraft ist "präsent": stets auf dem Laufenden über alles Relevante, was in einer Klasse los ist, und vermittelt das auch Die Lehrkraft unterbricht den Unterrichtsfluss nicht unnötig ("Schwung" behalten). Schüler wissen, wo sie ggf. selbständig etwas nachschlagen / Hilfe erhalten können; Schüler, die schneller fertig sind, arbeiten z.B. an ihrem Vokalbeltrainer / Rechtschreibbegleiter oder machen Portfolioarbeit / Lerntagebuch oder dgl. |
Niederschwellige Ansprache von Schülern (insbes. nicht-verbal); Flexibel und konsequent (nicht "zu hart") handeln
Wissend, dass es kein Rezept gibt. |
| Sachohr: | um was geht es? Sachgehalt des Konflikts? |
| Beziehungsohr: | "was hast du mir da angetan?"; Angriff auf eigene Person; mag er mich (nicht)? |
| Selbstoffenbarungsohr: | was sagt der störende Schüler mit seinem Verhalten über sich selbst / seine Handlungsmotive.. aus? |
| Appellohr: | Was soll ich (seiner Einschätzung nach) tun? Zu welcher Reaktion fordert er mich auf? |
| Kulturrelativismus vs. Universalismus: | Inwiefern kann Schule Differenz / „kulturelle Eigenart“ wertschätzen und anerkennen? vs. muss sie auf einem universalistischen Anspruch („Regeln gelten für alle“) beharren? |
| Inklusion vs. Exklusion: | „alle anders – alle gleich“ / alle gehören mit ihrer EigenArt dazu und werden als Gleichwertige behandelt vs. Exklusion / Separierung, Sonderklassen… |
| Kulturalisierung vs. Subjektorientierung: | Orientierung am einzelnen Fall (z.B. psychosoziale Entwicklung des Kindes) vs. Subsumption (Zuschreibung) unter eine Pauschalkategorie (Gruppe oder "Kultur") |
| Cover | Titel | Kommentar |
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| Ludger Brüning: Störungsfrei unterrichten: Klassenmanagement als Basis erfolgreicher Lehr- und Lernprozesse. Praxis Schule 4/2010, S. 4-8 | ||
| Linzer Diagnosebogen zur Klassenführung (LDK) | ||
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Dr. Gert Lohmann: Mit Schülern klarkommen: Professioneller Umgang mit Unterrichtsstörungen und Disziplinkonflikten. Cornelsen Scriptor Praxis, 10. Auflage, 2011 |
Die Tabelle "Interventionen bei Standardproblemsituationen" im Anhang ist sehr anschaulich und gibt Tipps, was man bei Unterrichtsstörungen (also reaktive Strategien) tun kann/soll. Empfehlenswert! |
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Christoph Eichhorn: Classroom-Management: Wie Lehrer, Eltern und Schüler guten Unterricht gestalten. Klett-Cotta, 6. veränderte Aufl., 2012 | gibt Tipps für proaktive Strategien, Classroom-Management, konsequente Unterrichtsführung mit Beispielen für die Umsetzung [ Zusammenfassung] |
| Ludwig Haag, Doris Streber: Klassenführung: Erfolgreich unterrichten mit Classroom Management. Beltz, Weinheim/Basel, 2012 | eher theoretisch, zur Praxis wird nur ein Überblick gegeben (wenig konkret, wenig anschaulich) | |
| Fachartikel-Sammlung zu Classroom Management (Vielfalt Lernen) | ||
| Thomas Klaffke: Klassen führen - Klassen leiten. Beziehungen, Lernen, Classroom Management. Friedrich-Verlag, 2013 | ||
| Classroom-Management: Klassenführung. Lernende Schule, Heft 65/2014, Friedrich Verlag | ||
| Günther Hoegg: Gute Lehrer müssen führen: Mit Schiedsrichterkarten für Ihren Unterricht. Beltz Verlag, 2012 | ||
| Jonas Lanig: Typischen Konflikten im Lehreralltag begegnen. Fallbeispiele und konkrete Handlungsempfehlungen. Verlag an der Ruhr, 2014 | ||
| Alexandra Biegler: Gemeinsam gegen Unterrichtsstörungen - ein neues Präventions-Konzept. Cornelsen Scriptor, 2013 | ||
| Schulz von Thun: Miteinander reden: Störungen und Klärungen. Reinbek, 1981 | ||
| Pädagogisch-psychologische Maßnahmen zum Umgang mit Schulvermeidung. Handreichung für Schulen. Von Carmen Adenaw, Annika Löffler, Miriam Rackowitz, Petra Steinheider, Uta Schmidt-Böcking, Dr. Stephan Jeck, Hrsg. Hessisches Kultusministerium, 1. Auflage, Dezember 2017 [Hintergründe und konkrete Handlungsideen, darunter der Umgang mit Fehlzeiten und Vorschläge zur Gesprächsführung] |
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